Gras drüber wachsen lassen – Ein Interview

Ökologie ist für mich am spannendsten, wenn es um Ökosystemrestauration geht. Doch dahinter steckt mehr als die seichte Forderung nach mehr Bäumen. Wie fange ich sowas an, was hat eine davon und welche Überraschungen halten solche Projekte bereit? Stephen Mureithi von der Universität Nairobi, Kenia, hat sich Zeit für mich genommen.

Das Problem

Isabella: Stephen, woher hattest du die Idee an Gras zu forschen?

Stephen: Während der Universität hatte ich einige Exkursionen, bei denen ich bemerkt habe, dass die meisten Trockengebiete über die wir gelernt haben sich verschlechtern. Da war meine Frage „Wie kann ich den Viehaltergemeinschaften, die in diesen Gegenden leben, helfen mit Dürren umzugehen?“.

In Orten wie Turkana, wo Leute noch nomadisch leben (obwohl einige in Dörfern sesshaft sind) leiden sie sehr darunter, wenn es dort eine ausgedehnte Trockenperiode gibt. Ihre Tiere sterben, es gibt keine Milch. Und das ist ihre Lebensgrundlage. Sie haben nichts anderes. Was wenn sie 500 Hektar Gras und eine gut gefüllte Scheune hätten? Sie könnten die Dürre bis zur Regenzeit überstehen.

Das Land während der Dürre. Bei uns ist im Winter alles weiß, hier ist alles rot.
Das Land während der Dürre. Bei uns ist im Winter alles weiß, hier ist alles rot.

Die Ursache

I: Ich habe gehört, früher war es besser. Wie ist es dazu gekommen, dass sich das Weideland so stark verschlechtert hat?

S: Manche Gebiete hatten früher gutes Gras, aber wegen dem Bevölkerungsanstieg und großen Viehherden hat die traditionelle Weideführung zu Überweidung geführt. Früher haben die Stammesältesten wenige Herden kontrolliert und die Leute haben ihnen zugehört. Aber heutzutage sind die jungen Leute besser ausgebildet und haben Gewehre. Sie haben eine Mentalität nach dem Motto „Was sagt uns dieser alte Mann da, wir können weiden wo wir wollen und du kannst nichts dagegen tun.“ Natürlich führt das zu Problemen.

I: Es hat also nichts mit der Kolonialregierung zu tun, die viele Probleme im Gebiet des afrikanischen Grabenbruchs verursacht hat?

S: Ja, die Kolonialregierung hat einige Gemeinschaften vertrieben, aber hauptsächlich im Hochland, wo sie Landwirtschaft betreiben wollten oder um Laikipia, wo sie Viehfarmen aufbauen wollten. Aber in den Trockengebieten… die Bevölkerung in den Viehaltergemeinschaften war war sehr niedrig. Wenn sie vertrieben worden sind war der Effekt klein.

Wenn du dir die privaten Viehfarmen in Laikipia ansiehst, sie haben immer noch eine gute Grasbedeckung. Aber hinter dem Zaun ist das gemeinschaftliche Land völlig kahl. Das heißt, das irgendwas auf dem gemeinschaftlich betreuten Land nicht richtig funktioniert. Die Mentalität des „Oh, es ist gratis für alle, Ich muss was nehmen, bevor es jemand anderer macht.“. Dieses Problem der Konkurrenz führt zur Tragik der Almende.

Hinter den Zäunen ist das Land noch grün.
Hinter den Zäunen ist das Land noch grün.

Nach der Lösung

I: Einige Restaurationsprojekte haben in den jeweiligen Gebieten unabsichtlich eine Welle der Landprivatisierung losgetreten. Was meinst du dazu?

S: Wenn du dir Satellitenbilder von Viehaltergemeinschafen in Laikipia ansiehst, kannst du sehen, dass der ganze Ort ohne Vegetation ist. Und du fragst dich ob es diesen Leuten besser geht, wenn sie sagen „Wir haben dieses nette gemeinschaftliche Land hier, wo unser Vieh nichts zum grasen hat.“.

Wenn wir diesen Weg gehen, sagen wir nicht, dass sie private Einzelgrundstücke haben müssen, sie können sie als Gruppe oder vielleicht eine Anzahl an Haushalten besitzen. Es ist also immer noch gemeinschaftlich. Aber ich denke sie sind besser dran, wenn es restauriert ist und sie Heuwirtschaft und Gras-Wertschöpfungsketten lernen, anstatt wenn es nur nackte Erde gibt.

Nichts zu grasen. Und in den folgenden Jahren wird es wohl noch weniger sein.
Nichts zu grasen. Und in den folgenden Jahren wird es wohl noch weniger sein.

I: Zusätzlich zur Landrestauration entwickelt ihr Kapazität. Ihr unterrichtet wie eine restauriertes Land bewirtschaftet, wie eine Heu macht und es verkauft, ihr etabliert Wertschöpfungsketten und verbindet Gemeinschaften mit Märkten. Aber warum ist es nicht möglich nachhaltige Viehwirtschaft ohne den kapitalistischen Beigeschmack aufzubauen?

S: Deine Frage ist gut und es ist etwas, über das wir nach wie vor nachdenken. Viehhalter*Innen sind am guten und modernen Leben interessiert, wie jede andere auch.

Ich denke wir können uns selbst belügen, dass es jemanden gibt, der liebend gerne im trockenen Weidegebiet bleibt. Ohne Entwicklung, ohne ihre Kinder zur Schule zu schicken. Wir können das idealisieren. Aber wenn du ihnen genau zuhörst, dann wollen sie auch ein Einkommen um dieses oder jenes zu tun, ihre Kinder zur Schule zu schicken, um sich Dinge leisten zu können.

Vieh für die Märkte.
Vieh für die Märkte.

Geld kann an zweiter Stelle kommen, aber es wird kommen, weil sich das Leben der Menschen verändert. Es geht nicht, dass sich die Welt verändert, sehr schnell wie in Kenia, und trotzdem werden einige Gruppen zu weit zurück gelassen. Ich denke also, das wir ganzheitlich denken müssen.

Es gibt eine hohe Nachfrage nach Fleisch und Milch. Wenn sie viel Vieh auf die Märkte bringen können ist das eine Gelegenheit. Denn die beste Kultur für Trockengebiete ist Gras, dann verkaufen sie die Kuh, dann können sie kaufen, was sie wollen. Wir können also nicht vermeiden ernsthaft über Geld zu reden.

I: Das ist erst der Anfang dieser Entwicklungsdynamik. Das heißt jetzt gerade werden viele Ressourcen frei, die in Zukunft gebunden sein werden. Was glaubst du sind zukünftige Probleme in dieser Entwicklungen?

S: In Pastoralgebieten (Weidegebieten) gibt es Bäuer*innen die die Führungspositionen einnehmen, die neue Techniken schnell übernehmen, die bald die reichen Leute sein werden. Besonders wenn sie ein bisschen geschult sind und entdecken, dass es Geld zu machen gibt. Wenn du Geld hast, gibt es Macht die dabei mitkommt. Sie können systematisch mehr Land anhäufen. Einiges Land ist noch nicht gezäunt. Diese Bäuer*innen werden früh zu Zäunen beginnen und in Zukunft werden die Leute sagen „Ok, das ist wo sein Zaun hinreicht, also ist das sein Land.“. Außerdem wird es wahrscheinlich Leute geben, die aus der Viehwirtschaft aussteigen, weil sie sich langsam anpassen. Während den Dürren brechen sie ein, ihre Herde wird kleiner und sie können sich nicht erholen.

Und in Zukunft, mit Kapitalismus, Gras wachsen lassen und verkaufen, in Verbindung mit Märkten, wird es Leute geben die ärmer sein werden. Aber vielleicht gibt es auch eine Gruppe von Leuten die sehr reich sein werden im selben System. Das ist also die Herausforderung.

Lebende Zäune schützen mehr oder weniger private Gebiete vor der Überweidung.
Lebende Zäune schützen „private“ Gebiete vor der Überweidung.

Die schwierigen Dinge…

I: Was waren deine größten Herausforderungen während dem Projekt?

S: Eine der schwierigsten Sachen ist gemeinschaftliche Planung. Es ist leicht Land zu restaurieren, das einer Privatperson gehört. Die treffen schnell Entscheidungen was zu tun ist und was sie implementieren wollen. Wenn sie sich also entscheiden 5000 Hektar zu restaurieren, dann kannst du das schnell machen.

Aber normalerweise sind Viehaltergemeinscahften nicht daran gewöhnt Pflanzen zu kultivieren und du kommst daher und sagst ihnen „Schaut, wir wollen das ihr Gras kultiviert.“. Manchmal haben sie uns gesagt „Das Gras gehört Gott.“. Dann habe ich geantwortet „Gott hat das Gras wachsen lassen, aber ihr habt alles überweidet. Also bitte, wir müssen mit Gott zusammenarbeiten um es zurückzubringen.“

Diese Veränderung in der Mentalität ist die größte Herausforderung, der wir gegenüber stehen. Denn es wird 30 Jahre dauern bis wir eine ganze Generation haben die denkt „Gras ist Geld, wir müssen es anbauen.“. Es ist eine lange Reise mit langsamen Schritten. Es kann also nicht in einem normalen Projekt-Zeitrahmen von drei Jahren laufen. Drei Jahre eingreifen, ein bisschen Gras pflanzen, dann aufhören. Natürlich wird das Land wieder schlecht.

I: Eine andere große Herausforderung war also der Zeitrahmen?

S: Ja, der Zeitrahmen ist immer eine Herausforderung. Aber was wir jetzt machen ist Partnering. Ich habe an einem Projekt im Norden Kenias gearbeitet. Das war nur ein Jahr finanziert.

Wir haben alle Player aus der Region zusammengebracht und gesagt „Wo mein Projekt aufhört, kann eine andere, die Finanzierung hat, dort weiter machen?“. Jetzt ist das ursprüngliche Projekt zu Ende, aber wir haben ein neues Projekt, finanziert durch eine andere Organisation, im selben Gebiet.

… und die leichten Sachen

I: Was war der leichte Teil deines Forschungsprojekts?

S: Es gibt nichts leichtes. Der leichteste Teil ist Grassamen auszubringen, auf den Regen zu warten und sie keimen zu sehen. Das heißt du hast bereits Geld und Zusammenarbeit im Feld. Du hast das Land schon gut vorbereitet, eventuell durch die Einrichtung eines temporären Exclosure (Weideausschluss), das heißt wir haben bereits Dornenbüsche geschnitten und Wassersammelstrukturen gegraben.

Am Ende sind sie dann erstaunt etwas, das nur noch kahl war, grün werden zu sehen. Das ist am einfachsten. Eine der schwierigsten Sachen ist das aufrecht zu erhalten. Nachhaltigkeit. Und das ist wenn du mit Beweidungssystemen daherkommst. Nach der Restauration fängst du an die Kapazitäten der Leute entwickeln, damit sie das restaurierte Gebiet verwalten können. Du bringst ihnen bei, dass man von Gras auch noch andere Vorteile hat, inklusive Grassamen, die eine für 1000Ksh (10€) pro Kilogramm verkaufen kann. Dann kannst du da Heu ernten und sie können ihre Kühe mästen.

Gras fürs Heu oder zum verkaufen.
Gras für die Trockenzeit oder zum verkaufen.

Wie es geht

I: Wie hast du es letztlich geschafft das Gras zurück zu bringen?

S: Bevor ich das Gras zurück gebracht habe, habe ich mich gefragt „Welches Gras ist hier früher gewachsen?“. Dann hatten wir eine Sitzung mit den Viehalter*Innen der Region, um herauszufinden, welche Arten hier früher gewachsen sind. Manchmal habe ich sie gebeten für mich zu Kundschaften und Belege für die Arten zu bringen, die hier früher gewachsen sind. Das haben sie gemacht. Einige davon haben wir schon aus anderen Gebieten gekannt.

Das Problem ist, einige Arten vermehren sich über Rhizome, andere über Stolone. Diese sind schwieriger zu restaurieren, da sie keine Samen haben. Aber es hat trotzdem geholfen, denn es hat die lokalen Arten gegenüber denen gezeigt, die wir leicht einführen können, indem wir Samen von wo anders verwenden. Wir haben fünf Arten, darunter Entropogon macrostachyus und Cenchrus ciliaris, identifiziert, die wir für Weideland Restauration verwenden können.

I: Welche ökologischen Veränderungen hast du nach dem Projekt beobachtet?

S: Überraschenderweise sind drei Grasarten wieder aufgetaucht. Wahrscheinlich weil die Samen noch in der Bodensamenbank waren. Wegen der Erosion und der Überweidung waren die Bedingungen nicht gut für ihre Keimung. Wenn sie überhaupt gekeimt sind, wurden sie gleich vom Vieh gefressen. Wir haben einige Studien an anderen Orten gemacht und wir haben gesehen, dass die Biodiversität in restaurierten Flächen höher ist.

I: Wenn du dein Projekt nochmal machen könntest, was würdest du anders machen?

S: Außer alles? Ich würde mehr Kundschaften. Ich war zum Beispiel vor kurzem im Norden Kenias an einem Flussufer und wo ich einen Ökotyp von Sencreas egalis gefunden habe. Ich könnte versuchen ihn zu vermehren, um das Flussufer dort zu restaurieren, anstatt einen anderen Ökotyp aus Süd-Ost Kenia zu holen.

Ich würde also versuchen diesen Weg zu gehen, Samen verschiedener Ökotypen zu finden, sie lokal vermehren und lokal verwenden. Auf diese Art vermeiden wir es, die Weideflächen genetisch zu homogenisieren.

Wenn du einen Ökotyp fürs Gebirge, einen für niedrigere Lagen und einen für die mittleren und hören Lagen hast, dann bewahrst du die genetische Heterogenität. Denn unterschiedliche Ökotypen können unterschiedlich auf Trockenheit reagieren.

Überraschung! Das ist schon das restaurierte Land. Sieht für uns trocken aus, aber manche Ökosysteme sind nun einmal so.
Überraschung! Das ist das bereits restaurierte Land. Sieht für uns trostlos aus, aber manche Ökosysteme sind nun einmal so. Komisch, ich verstehe überhaupt nicht, warum alle in die Stadt wollen, hier sieht’s doch eh gemütlich aus. Und bestimmt findet eine alles was sie braucht… *hust*

Zum Schluss

I: Was war eine der Sachen die dich während deinem Projekt sehr überrascht hat?

S: Eine gute Überraschung ist der Gesichtsausdruck eine*r Bäuer*in, wenn sie das erste Geld für das Gras bekommt.

Die Bäuer*innen haben gesagt „Jetzt haben wir Geld von Gras?! Ich kann es nicht glauben. Früher mussten wir eine Kuh verkaufen, jetzt  haben wir Geld von Gras.“ Es ist großartig das zu sehen.

Und mit Leuten zu arbeiten, diese Veränderung der Mentalität zu sehen… Der Vorsitzende einer Futtergruppe hat gesagt „Wir werden es wieder und wieder machen!“ Und ich denke sie werden reich sein. Also habe ich ihnen gesagt „Ihr seht, ihr müsst das Gras nur schützen, wo es schon wächst und ein bisschen jäten.“.

Wie siehst du das? Lässt sich kommunales Land ohne kapitalistische Tendenzen restaurieren? Wie könnte eine das verhindern und was geht noch, außer sich der Viehwirtschaft zu widmen?

Ecology is most interesting for me, when it is about ecosystem restoration. But there is more to it than the shallow demand for more trees. How does one start something like this, what do you get and which surprises do such projects hold? Stephen Mureithi from the University of Nairobi, Kenya, made some time for me.

The problem

Isabella: How did you get the idea to do research about grass?

Stephen: During university I did some field trips where I started noticing that most of the dry lands we were taught about were being degraded. So my question was “How can I help the pastoral communities, which are living in those areas, to cope with drought?”

In places like Turkana, where people are still nomadic (yet in some places they are settled in villages) they really suffer when there is a protracted dry season. Their animals are dying, there is no milk. And that is their main livelihood. They do not have anything else. What if they would have a thousand acres with good grass and a well filled barn? They would be able to link up to the wet season.

The land during the dry season. During winter at home everything is white, here everything is red.

The cause

I: I have heard it was better before. How come that those range lands have been degraded that much?

S: Some areas had good grass, but because of the population increase and large herds of cattle the traditional grazing management structures have led to overgrazing. The elders where controlling few herds and people were listening to them. But nowadays young people are more learned, they have guns. They have a mindset of „What is this old man telling us, we can graze anywhere and you’ll do nothing about it.“ Of course that leads to problems.

I: So it does not have to do with the colonial government, which has brought a lot of problems in the rift valley?

S: Yes, the colonial government displaced some communities, but mostly in the highlands, where they wanted to farm or around Laikipia, where they wanted to have ranches. But the dry lands… the population of the pastoralist community was very low. If they were displaced the effect was small.

If you look at private ranches in Laikipia, they still have a good grass cover. But outside of the fence the community area is completely bare. That means something is not happening right in the community held land. The mindset of „Oh it’s free for all, I have to take something before someone else takes it“. That issue of competition is bringing the tragedy of the commons.

Behind the fences the land is still green.

After the solution

I: Some restoration projects have accidentally set of a wave of land privatization in some areas. What do you think about that?

S: If you look at satellite images of a pastoral communities in Laikipia, you see the whole place does not have herbaceous cover. And you wonder, are these people better off if they say “We want this nice communal field where our livestock has nothing to graze on.”?

By going this way, we are not saying they have to own individual plots, they can own it as a group or maybe as a number of households. So it’s still communal. But I think they are better off, if it is restored and they learn grass husbandry and the grass value chain as opposed to when it is only bare soil.

Nothing to graze. And in the coming years it might be even less.

I: In addition to the land restoration process you are teaching communities in capacity building. You are teaching them how to manage the restored land, how to make hay and sell it, you are adding value chains and link communities to markets. Why is it not possible to teach sustainable pastoralism without the capitalist side of selling everything?

S: Your question is good and it’s something that we keep thinking about. Pastoralists are interested in good and modern life like anybody else.

I think we can cheat ourselves that there is somebody who loves to stay in the dry, pastoral area. Without development, without taking their children to school. We can idealize on that. But if you listen to them closely, they also want an to have income to be able to do this, to educate their children, to afford stuff.

Livestock for the markets.

Money can come second, but it will come, because peoples lives are changing. We cannot have the world changing, going very fast like in Kenya, yet some groups of people are being left behind too much. So I think we have to talk holistically.

There is a lot of demand of meat and milk. If they are able to take a lot of lifestock to the market, it is an opportunity. Because the best crop for these drylands is grass and then they sell the cow and they can buy what they want. So we cannot seriously avoid to talk about money.

I: This is only the beginning of this development dynamic. Which means, right now a lot of resources are set free, which will be tied up again in the future. What do you think are future problems of these developments?

S: In pastoral areas there are people who are the lead farmers, who adapt new practices quickly, who are going to be the rich people of that area soon. Especially if they are a little bit educated and then they discover that there is wealth to be made. If you have money, there is power that comes with it. Then they can systematically aquire more land. Some of this land in those areas is not demarcated yet. Those farmers will start fencing it early and in the future people will say ‘Ok, that’s where his fence reaches, so that’s his land.” Also there will probably be people who will fall out of the system, because they adapt slowly. During draughts they crash, their livestock numbers go down and they are not able to recover.

And in the future with capitalism, growing and selling grass, market linked, there are people who are going to be poorer. But maybe there is also a group of people who are going to be very rich in the same system. So that is going to be a challenge.

Living fences protect „private“ areas from overgrazing.

Hard stuff…

I: And what were your biggest challenges during the project?

S: One of the most difficult things was governance. It is easy to restore land which belongs to a private person. They make decisions quickly and know what to do and implement. So if they decide to rehabilitate 5000 hectares you can quickly do that.

But pastoral communities are not used to cultivating crops and now you are telling them „Look, we want you cultivate grass as a crop.“ Sometimes they told us „Grass belongs to god.“ Then I told them „God grew grass, but you overgrazed everything. So please, we have to work with god to put it back.“

That change of mind is the biggest challenge that we face. Because it will take 30 years to completely have a generation that is thinking „Grass is money, we have to grow it.“ It is a slow walk and a long journey. So it cannot be within a normal project time frame of three years. Engage three years, plant some grass, then disengage. Of course that land will go bad again.

I: So another big challenge was your time frame?

S: Yes, the time frame is always a challenge. But what we are doing now is partnering. I was working on a project in Northern Kenya. It was funded only for one year.

We brought together all the players within the county. We sat down and said „Where my project ends, can somebody else, who has funding, start there?“ Now the original project ended, but we got another project funded through other organizations in the same area.

… and simple things

I: What was the easy part of your research?

S: There is nothing easy. The easiest part is to put grass seed down and wait for the rain and see it germinate. That means you have the money and the collaboration in the field. The land is prepared well already, maybe putting a temporary exclosure in place, which means we cut thorn bushes and dug water harvesting structures.

Eventually they are amazed to see something that was just bare becoming green. That is easiest. And then one of the most challenging things is to maintain that. Sustainability. And that’s when you come about with grazing systems. After the restoration, you start building the capacity of the people to manage the restored area. You teach them that you can get other benefits from grass, including grass seed that you can sell, 1000ksh (10€) per kilo. Then you can harvest the hay and then they can fatten their livestock.

How to do it

I: How did you finally manage to put the grass back?

S: I asked myself „What grass existed here before?“ Then we had a sitting with the herders, to find out what species existed. Sometimes I asked them to scout for me and bring evidence, for the grass species they claimed existed. Then they showed me grass species that used to be there but had disappeared. We knew some of them from other areas.

The problem is some of them propagate through rizhomes or stolons. Those are more difficult to rehabilitate, because they do not have seeds. But it still helped, because it showed the local species vis a vis the ones we can bring easily by using seeds from somewhere else. We have identified five grass species, among them Entropogon macrostachus and Cenchrus ciliaris, that we can use for rangeland rehabilitation.

Grass for the dry season or selling.

I: What ecological changes did you see after the project?

S: Surprisingly three grass species came back. Probably because the seeds were still in the soil seed bank. Because of degradation and over grazing the conditions were not good for their germination. If they germinated at all they were quickly taken out by the livestock. We have done some studies in other places and we saw that there is more biodiversity in the restored areas.

I: If you could do your project again, what would you do differently?

S: Except everything? I would do more scouting. For example, recently was in northern Kenya at a river bank where I found an ecotype of Sencreas egalis. I could try to propagate it and use it to rehabilitate the river bank there, locally, instead of bringing another ecopype from south-eastern Kenya.

So I would try to go that way, find seeds of ecotypes, multiply them locally and use them locally. That way we avoid genetically homogenizing the range lands.

If you have an ecotype for the mountains, one for the midrange and one for the lowlands you keep genetic heterogeneity. Because different ecotypes might respond differently to draught.

Surprise! That is already the restored area. Looks dry to us, but some ecosystems just are like this.

At the end

I: What was one thing during your project that surprised you?

S: A good surprise is the look on the face of a farmer when he or she gets the first money from grass.

They said „Now we have money from grass?! I can’t believe it. Earlier we had to sell a cow, now this is money from grass.“ It is amazing to see this.

And to deal with the people, to see that change in the mind of people. A chairman of a fodder group said „We are going to do this over and over again!“. And I think they are going to be rich. So I told them „You see, you only need to protect where the grass is growing and weed it a little bit.“.

 

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